Ich Bin Kein Nazi, 1998

Der Wahlkampf 1998 war aus Sicht von Sebastian Bieniek, der dreckigste, den er bis dahin bei einem Wahlkampf erlebt hatte. Helmut Kohl und die CDU, die unbedingt Ihre Macht erhalten wollte, entschied sich für die sogenannte "rote-Socke-Kampagnie", in der es darum ging die SPD und PDS mit allem was ging zum verunglimpfen.

Sebastian Bieniek stellte sich in diesem Zusammenhang die Frage: wie weit kann man eigentlich im Zusammenhang mit der Politik die Wahrheit dehnen? Wann wird es womöglich komisch? Damit entstand die Idee zu dieser Aktion, die sich im Sommer 1998 auf acht Wahlplakaten rund um den Großen Stern in der Mitte Berlins abspielte.


Um fünf Uhr morgens überklebte Sebastian Bieniek alle Wahlplakate um den Großen Stern in Berlin mit einem Plakat von Adolf Hitler unter der in großen Buchstaben stand: "Ich bin kein Nazi".

Die ersten Plakate wurden sehr liebevoll von Jungnazis entfernt und mitgenommen (Hier begann sich übrigens Sebastian Bieniek zum ersten mal die Gedanken über den Fake zu machen, die er später in seinem Buch REALFAKE ausformulierte. In diesem Fall darüber, wie leicht es eigentlich ist Neonazis mitten aus dem Autoverkehr einer vielbefahrenen Straße rauszufischen. Man brauche dafür nur ein Plakat von Adolf Hitler und sie kommen ganz von alleine raus. "Eigentlich musse das doch mit allem so funktionieren. Gleiches zieht gleiches an, bzw. heraus", dachter er.)

   

Einige Stunden später kamen drei weitere Autos dazu, die ähnlich liebevoll die Plakate in Augenschein nahmen.

   

   


   

Links:

  • Link 1
  • Link 2
  • Link 2